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Geschichte der Villa Editha

Die Villa Editha wurde als herrschaftliches Einfamilienhaus für Maximilian Gädeke im klassizistischen Stil gebaut. Den Bauakten ist zu entnehmen, dass die Bauzeit nur ein Jahr betrug. (Baugenehmigung am 28.7.1887 - Gebühr übrigens nur 10 Mark) Die Abnahme durch die Baubehörde mit Benutzungserlaubnis erfolgte bereits am 15. Juni 1888.

historische Aufnahme des Bürogebäudes - der Villa Editha

Herr Gädeke hat gleichzeitig die heutige Rosa-Luxemburgstraße im Bereich zwischen der Bahnhofsstraße und der damaligen Bismarckstraße (heute Siegfried Rädel Straße) errichten lassen und nach Fertigstellung der Stadt Pirna übereignet.

Bereits 1891 wurde das Grundstück an Herrn Friedrich Bruno Ketzscher verkauft. Er bzw. nach seinem Tod seine Familie war Eigentümer bis zum Jahre 1961. Im Dezember 1961 wurde das Haus volkseigen und dem Rat der Stadt Pirna als Rechtsträger zugewiesen. Soweit mir bekannt, wurden keine Restitutionsansprüche nach der Wiedervereinigung geltend gemacht.

Die Familie Ketzscher hat große Summen in die noch heute bestehende Uferbefestigung der Gottleuba investiert. Außerdem hat sie sich in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg um Anliegerkosten für die Weststraße mit der Stadt Pirna gestritten, da man nicht einsah, sowohl für die Bismarckstraße (heute Rosa-Luxemburg-Straße) und die Weststraße (heute Siegfried-Rädel-Straße) zahlen zu müssen. Dies ist verständlich, da das Grundstück damals keinen Zugang zur Weststraße hatte. Herr Ketzscher hatte sich im Rahmen des Baus der Weststraße im Jahre 1912 (Genehmigung vom 30.10.1912) eine Einfriedung des Grundstücks erlauben lassen und die Mauer, die heute zum großen Teil noch steht, errichtet. Der Ausgang des Streites über die Anliegergebühren für die Weststraße ist mir übrigens nicht bekannt.

Soweit bekannt, hat Herr Gädeke bis zu seinem Tode am 12. Januar 1931 in Pirna gelebt. Durch die Inflation in den zwanziger Jahres des 20. Jahrhunderts soll seine ehemals stolzes Vermögen sich stark verkleinert haben. Vom Leben der Familie Ketzscher weiß ich noch nicht viel.

Leider ließ sich noch nicht ermitteln, warum Herr Gädeke das Haus "Villa Editha" nannte. Seine beiden Ehefrauen und seine 5 Töchter trugen andere Namen. Auch die Ehefrau und die beiden Töchter der Familie Ketscher hießen nicht "Editha".

Mir wurde berichtet, dass in den 30iger Jahren des 20. Jahrhunderts ein Augenarzt (vielleicht ein Schwiegersohn des Herrn Ketzscher?) in dem Gebäude seine Praxis unterhielt. In den Kriegsjahren diente das Haus wohl als Unterkunft für Flüchtlingsfamilien und war stark überbesetzt, z.B. ist mir bekannt, dass eine sechsköpfige Familie in einem einzigen recht kleinen Raum mit Dachschrägen im zweiten Obergeschoss untergebracht war und dies als Privileg empfand. In den Bauakten finden sich aus dem Jahre 1942 auch Umbaugesuche für die Einrichtung von "Behelfswohnungen".

Andere Mandanten berichteten von einem Offizierskasino der russischen Armee - wohl ab Kriegsende.

Schließlich war das Gebäude lange Zeit Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort unter dem Namen Ernst Thälmann. Die Einrichtung wurde in den 90 Jahren des 20. Jahrhunderts geschlossen. Das Gebäude stand dann mehrere Jahre leer.

Im Dezember 1999 haben ein Bauunternehmer und ich das Haus zum Zwecke der Sanierung von der Stadt abgekauft. Heute handelt es sich um eine Wohnungseigentumsanlage.

Nachfolgend finden Sie aus der Umbauzeit einige Fotos. Für weitergehende Informationen oder Anekdoten zur Geschichte des Hauses wäre ich Ihnen dankbar.

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Hinweis: Bilder anklicken zum Vergrößern

Der Stuck wurde lange Zeit nicht geschätzt, deshalb wurde der Stuck für Rohrdurchbrüche beschädigt.

Mühsam wurden mehrere Farbschichten entfernt, um die ursprüngliche Bemalung freizulegen.

Die Originalfarben wurden aufgefrischt und nur dort neu gemalt, wo durch Einbauten aus DDR-Zeiten keine Farbreste mehr vorhanden waren.

Detail einer weiteren Decke im Büro. Hier wurden die Farben kaum nachgemalt, so dass Fehlstellen sichtbar bleiben

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Kurze Informationen zum Büro

Bürohistorie:

  • Ernennung zum Notar:
  • 15. Juli 1991

Die Amtsräume befanden sich zunächst auf Schloss Sonnenstein. Von Februar 1993 bis April 2001 befand sich das Büro im Hause Rottwerndorfer Str. 31, 01796 Pirna, bevor wir in das Erdgeschoss der Villa Editha umgezogen sind.

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